Apple hat das Unternehmen übernommen, das hinter einem Farbkorrekturtool steht, das in einer zukünftigen Version von Apple Creator Studio enthalten sein könnte. Laut einer Übernahmeoffenlegung der Europäischen Union hat Apple im Januar die Patchflyer GmbH übernommen, den Entwickler eines webbasierten Farbkorrekturtools namens Color.io. Farbkorrektur-Tools sind dank Final Cut Pro seit der Einführung des Pakets im Januar Teil von Creator Studio, aber die Übernahme wird wahrscheinlich dazu führen, dass in Zukunft noch mehr professionelle Funktionen hinzugefügt werden.
Bei dem Mitarbeiter, den Apple neben dieser Übernahme anheuert, handelt es sich offenbar auch um Jonathan Ochmann, den Erfinder von Color.io, der ankündigte, dass er das Tool im Jahr 2025 abschalten und sich einem Unternehmen anschließen würde, das es ihm ermöglichen würde, „in einem Umfang zu arbeiten, den ich alleine nie erreichen könnte“.
Unabhängig davon, ob Apple mit Ochmanns Hilfe ein benutzerdefiniertes Farbmanagement-Tool erstellt oder diese Funktionen in bestehende Creator Studio-Apps integriert, scheint das Unternehmen daran interessiert zu sein, seine Position als Konkurrent von Adobe zu stärken. Vor dieser Übernahme erwarb Apple im März MotionVFX, einen beliebten Anbieter von Vorlagen und Plugins für visuelle Effekte. Creator Studio genießt in der Branche nicht die gleiche Akzeptanz wie Adobe Creative Cloud, aber das Angebot einer etwas günstigeren und benutzerfreundlicheren Option könnte die Leute eines Tages dazu bewegen, zu wechseln – oder sich gar nicht erst für das Adobe-Abonnement anzumelden.
Die Expansion von Creator Studio trägt auch dazu bei, dass sich das Unternehmen zunehmend auf Dienstleistungen konzentriert. Apple begann unter CEO Tim Cook, mehr Abonnements anzubieten, um den rückläufigen iPhone-Verkauf und ein für das App-Store-Modell des Unternehmens ungünstigeres regulatorisches Umfeld auszugleichen. Anscheinend wird sich daran auch nichts ändern, wenn John Ternus im Herbst die Leitung übernimmt. Berichten zufolge freut sich der neue CEO darauf, das Dienstleistungsgeschäft des Unternehmens „weiter auszubauen“, und die Verbesserung von Creator Studio könnte einer der ersten Orte sein, an denen die Arbeit stattfindet.