Antivirensoftware ist auch heute noch die erste App, die viele Menschen auf einem neuen Android-Telefon oder -Tablet installieren. Die meisten tun dies, um ihr Gerät vor Malware und Webbedrohungen zu schützen. So überraschend es auch erscheinen mag, auch wenn die Befürchtung berechtigt ist: Eine Antiviren-Suite ist nicht mehr die beste Lösung. Moderne Android-Geräte profitieren zumindest für die überwiegende Mehrheit der Benutzer nicht von Antiviren-Apps.
Dies liegt daran, dass Android über integrierte Sicherheitsfunktionen verfügt, die für ein sichereres Benutzererlebnis konzipiert sind. Im Jahr 2014 sagte Adrian Ludwig, Leiter der Sicherheitsabteilung bei Android, dass Benutzer keine Antiviren-Apps für Android-Geräte benötigen. Er betonte, wie Apps im Play Store eine Reihe von Prüfungen durchlaufen, bevor sie zum Download verfügbar sind. Und in den Jahren seitdem haben sich die Dinge dramatisch verbessert und Android sicherer denn je gemacht. Aus diesem Grund benötigen Sie unter Android kein Antivirenprogramm mehr, solange Sie nur Apps aus dem Play Store herunterladen, Ihr Betriebssystem auf dem neuesten Stand halten und grundlegende Android-Sicherheitsmaßnahmen befolgen, z. B. nicht auf zufällige Links klicken oder Apps herunterladen.
Dies bedeutet nicht, dass Bedrohungen auf Android oder anderen Betriebssystemen vollständig verschwunden sind. Es bestehen weiterhin Risiken wie Phishing-Betrug, gefälschte Pop-ups und bösartige Links. Für die meisten Benutzer können diese Risiken jedoch durch die nativen Schutzmaßnahmen und intelligenten Nutzungsgewohnheiten von Android erheblich reduziert werden.
Android bietet bereits einen integrierten Schutz
Wenn Sie ein modernes Smartphone oder Tablet verwenden, ist Ihnen wahrscheinlich die große Auswahl an integrierten Android-Sicherheitsfunktionen aufgefallen. Das wichtigste von allen ist Google Play Protect. Hierbei handelt es sich um einen Sicherheitsdienst, der auf Ihrem Android-Gerät installierte Apps kontinuierlich auf Malware, Bedrohungen und anderes potenziell gefährliches Verhalten überprüft, z. B. Apps, die versuchen, wichtige Berechtigungen neu zu konfigurieren. Play Protect benachrichtigt Sie dann über erkannte Bedrohungen und kann sogar Berechtigungen zurücksetzen, um Ihre Privatsphäre zu schützen. Beachten Sie, dass Play Protect nicht auf Apps beschränkt ist, die aus dem Play Store installiert wurden, sondern auch Apps von Drittanbietern scannen kann. Somit bietet es umfassenden Schutz vor anwendungsbasierten Bedrohungen.
Darüber hinaus gibt es Google Safe Browsing, das Benutzer warnt, wenn sie versuchen, potenziell riskante Websites zu besuchen oder schädliche Dateien herunterzuladen. Dies wiederum minimiert die Risiken, die von webbasierten Bedrohungen ausgehen. Phishing-Links und gefälschte Websites gehören zu den größten Risiken, da dies der anfälligste Bereich ist und selbst die technisch versiertesten Benutzer getäuscht werden können.
Darüber hinaus veröffentlicht Google jeden Monat Sicherheitsupdates, um Schwachstellen in Android-Geräten zu beheben. Ohne diese Elemente können Angreifer ungepatchte Schwachstellen ausnutzen, um Malware zu installieren oder Daten von Ihrem Gerät zu stehlen. Bedenken Sie, dass Schwachstellen von Zeit zu Zeit entdeckt und in der Regel schnell behoben werden. Wie lange es jedoch dauert, bis dieses Sicherheitsupdate Ihr Gerät erreicht, hängt weitgehend vom Hersteller ab. Google- und Samsung-Telefone gehören normalerweise zu den ersten, die diese Updates erhalten.
Ihre Gewohnheiten sind wichtiger als Antiviren-Apps
Trotz aller jüngsten Sicherheitsverbesserungen sowohl bei Android- als auch bei Antiviren-Apps können Sie sich der vollständigen Privatsphäre und Sicherheit nicht absolut sicher sein, wenn Sie sichere Nutzungsgewohnheiten außer Acht lassen. Es gibt Dinge, die Sie auf einem Android-Telefon niemals tun sollten, wie zum Beispiel das Herunterladen von Apps aus unbekannten Quellen oder das nicht regelmäßige Überprüfen der App-Berechtigungen. Denken Sie daran, dass es bei modernen Bedrohungen weniger darum geht, Malware zu erzwingen, sondern vielmehr darum, Menschen dazu zu bringen, schlechte Entscheidungen zu treffen.
Zunächst sollten Sie vermeiden, auf verdächtige Links zu klicken. Betrüger teilen häufig Links über E-Mails und Nachrichten, die beliebten Diensten ähneln. Wenn Sie diese Links besuchen, müssen Sie vertrauliche Informationen preisgeben, sei es Anmeldedaten oder Bankdaten. Ebenso können böswillige Akteure Sie durch irreführende Behauptungen dazu verleiten, schädliche Dateien herunterzuladen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, solche Dateien oder Apps niemals von außerhalb des Play Store herunterzuladen. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig die Berechtigungen der App und stellen Sie sicher, dass Sie alle Berechtigungen verweigern, die nicht mit der Kernfunktionalität der App übereinstimmen. Schließlich sollten Sie immer Android-Sicherheitsupdates installieren, sobald diese veröffentlicht werden. Diese einfachen Gewohnheiten bewirken mehr als die meisten Antiviren-Apps von Drittanbietern auf Ihrem Android-Telefon oder -Tablet.
Wenn Sie jedoch zu Testzwecken Apps von anderen Quellen installieren, Anzeichen einer Malware-Infektion feststellen oder eine veraltete Android-Version verwenden, kann eine Antiviren-App dennoch nützlich sein. Denken Sie jedoch immer daran, dass kein Antivirenprogramm vollständige Sicherheit garantieren kann. Es sind intelligente Nutzungsgewohnheiten, die den Unterschied ausmachen.