Suchmaschinen wie Google ermöglichen es Benutzern, im World Wide Web nach nahezu allem zu suchen, was sie sich vorstellen können. Das ist schon so, seit das Unternehmen 1998 von zwei Studenten der Stanford University gegründet wurde. Heutzutage hat sich die Art und Weise verändert, wo und wie Menschen nach Informationen suchen. Anstatt Google mit seinen KI-Einblicken aus dem gesamten Web zur Beantwortung von Suchanfragen zu nutzen, nutzt die Generation Z Apps wie TikTok und Instagram, um sie darüber zu informieren, was sie tun, wohin sie gehen und was sie essen soll.
In einer Studie von Adobe Express befragte das Unternehmen mehr als 800 Menschen und 200 US-amerikanische Kleinunternehmer, um herauszufinden, wie Menschen TikTok und KI-basierte Suchmaschinen für die Online-Suche nutzen. Der Bericht ergab, dass etwa jeder zweite Verbraucher oder 49 % angibt, TikTok als Suchmaschine zu verwenden, und 25 % der Generation Z sagen, dass TikTok tatsächlich eine effektive Suchalternative ist.
Die Altersgruppe nutzte Reddit auch eher als Suchmaschine: 38 % der Generation Z bevorzugten das Online-Diskussionsforum. Allerdings nutzt eine große Mehrheit der Gruppe (89 %) immer noch Google anstelle anderer Suchmaschinen oder sozialer Netzwerke.
Warum manche Nutzer soziale Netzwerke als Suchmaschine bevorzugen
Suchmaschinen sind eine schnelle Möglichkeit, Details zu einer Veranstaltung oder Öffnungszeiten lokaler Restaurants und Geschäfte zu finden. Hierbei handelt es sich um Tools, die Benutzern dabei helfen, Entscheidungen darüber zu treffen, wohin sie gehen, was sie tun und wie sie dorthin gelangen. Soziale Medien leisten das Gleiche, bieten aber auch Zugriff auf Millionen von Videos und Fotos, die von echten Menschen gepostet wurden, um fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Soziale Medien sollen Aufmerksamkeit erregen, wobei insbesondere TikTok stark auf kurze, von Nutzern gepostete Videos setzt. Wenn ein Betrachter durch jemanden scrollt, der eine Veranstaltung genießt, in einem Restaurant isst oder gerade gekaufte Kleidung vorführt, ist es wahrscheinlicher, dass er sich mit dieser Person verbindet und ihr folgt, insbesondere wenn beide ähnliche Interessen haben. Die Adobe Express-Studie ergab, dass 26 % der Zuschauer aufgrund der Verwendung von Kurzvideos wahrscheinlich eher zu TikTok als zu Suchmaschinen hingezogen wurden, wobei 21 % es zum Geschichtenerzählen und 17 % wegen seiner Interaktivität nutzten.
Durch den einfachen Zugriff auf Apps wie TikTok und Instagram, in denen echte Menschen Informationen austauschen, greift die Generation Z auf Ratschläge von echten Menschen zurück. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass die Generation Z KI in Suchmaschinen wie Google nicht unterstützt. Informationen aus einer vertrauenswürdigen und geschätzten Quelle sind über kurze Videos einfacher und schneller zu erhalten als das Lesen eines langen Artikels.
Verliert Google das Vertrauen der Generation Z?
Jüngere Zielgruppen wenden sich möglicherweise von den Such- und Kartenoptionen von Google ab. Stattdessen rufen sie mit ihrem Telefon Instagram oder TikTok auf und suchen nach einer Reihe von Schlüsselwörtern wie „Such mir einen Platz zum Mittagessen“. Auf Videos werden sie dann Menschen sehen, die in nahegelegenen Restaurants essen, das Essen teilen und darüber diskutieren, wie gut oder schlecht es ist.
Im Jahr 2022 sprach der derzeitige Cheftechnologe von Google, Prabhakar Raghavan, darüber, was Google unternimmt, um die jüngere Generation für die Nutzung seines Dienstes zu gewinnen. Durch einmaliges Tippen werden nach Suchanfragen Videos angezeigt, die direkt auf TikTok verweisen. Das System nutzt außerdem KI, um Teile des Videos als Empfehlungen für Benutzer direkt zu verlinken. Da Menschen jedoch bereits soziale Apps nutzen, um Informationen zu finden und darin zu suchen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich an Google wenden, insbesondere angesichts des Einsatzes von KI, immer geringer.
Die Verwendung einer Suchmaschine nimmt Zeit in Anspruch und kann auf Websites wie Google mehrere Links, KI-generierten Text und sogar KI-generierte Anzeigen enthalten. Die Generation Z verzichtet lieber auf Werbung, KI und lange Artikel und greift lieber auf eine reale Person zurück, die Ratschläge oder Wissen durch kurze Videos gibt, die vom Benutzer ausgewählt oder über den Algorithmus bereitgestellt werden. Mit der Zeit werden die Vorschläge der Plattform immer wertvoller, da der Algorithmus mehr über den Benutzer erfährt. Und natürlich können Benutzer ihre Einstellungen jederzeit ändern, beispielsweise mithilfe versteckter Instagram-Funktionen, um das Erlebnis zu verfeinern. Insgesamt scheint die jüngere Generation ein menschlicheres Erlebnis zu bevorzugen, und genau das bieten soziale Apps wie Instagram und TikTok.
