Snap Inc., das Unternehmen hinter Snapchat, kündigte heute eine neue AR-Brille an und will damit gemeinsam mit Google mit Metas Ray-Bans und Apples kommenden KI-Datenbrillen konkurrieren. Die Brille mit dem Namen SPECS wird für 2.195 US-Dollar im Einzelhandel erhältlich sein. Sie können jetzt ein Paar gegen eine rückzahlbare Anzahlung von 200 US-Dollar vorbestellen. Die Lieferung erfolgt voraussichtlich im Herbst in die USA, nach Großbritannien und Frankreich.
Die offizielle Ankündigung von Snap beginnt mit einer interessanten Bemerkung. Das Unternehmen schreibt: „Seit mehr als einem Jahrzehnt bauen wir eine Zukunft auf, in der Computer die Welt genauso verstehen können wie wir, nicht nur durch Text und Klicks, sondern auch durch Bild, Ton, Bewegung und Kontext.“ Auf den ersten Blick scheint dies eher ein Pitch für eine KI-Plattform als eine AR-Brille zu sein.
In der Pressemitteilung geht es weiter mit allgemein gehaltenen Worten darüber, wie AR-Brillen Ihnen helfen können, mit Menschen in Kontakt zu treten und gleichzeitig Zugriff auf alle Informationen zu haben, für die Sie sich normalerweise auf Ihr Telefon verlassen, ohne dass Sie auf den Bildschirm Ihres Telefons schauen müssen. Es befasst sich auch mit einigen der Hauptfunktionen von SPECS, z. B. dem Anzeigen von Wegbeschreibungen, die beim Gehen vor Ihnen schweben, oder dem Lesen eines Putting Greens während einer Golfrunde. Es gibt auch eine kurze Anspielung auf Datenschutzbedenken und versichert potenziellen Verbrauchern, dass ein Licht blinken wird, um anzuzeigen, dass die Brille Videos aufzeichnet, eine wichtige Ankündigung angesichts der jüngsten Kontroversen von Meta in dieser Abteilung.
Was SPECS für Sie tun kann
Snap betont, dass die SPECS so diskret wie möglich gestaltet sind: Sie sind leicht, wobei das kleinste 47-mm-Modell 132 Gramm und das größte 52-mm-Modell 136 Gramm wiegt. Sie erfordern auch keine zusätzliche Hardware, die nicht direkt in die Brille integriert ist, da sie über ein Paar mobiler Snapdragon-Prozessoren verfügt, um die von Snap als Lenses bezeichneten Software-Integrationen anzutreiben, die die meisten Funktionen der Brille ermöglichen.
Die Pressemitteilung verfolgt einen sehr eigensinnigen Ansatz und liefert eine Reihe realer Beispiele dafür, was SPECS leisten kann. Es gibt die erwartete Table-Stakes-Funktionalität, die Sie in anderen Smart- oder AR-Brillen wie XReal sehen, Dinge wie Videoaufzeichnung, die Projektion eines riesigen virtuellen Bildschirms zum Ansehen von Videos oder Filmen oder die Erstellung virtueller Whiteboards für Brainstorming oder Notizen.
Die wirklich interessanten Apps fallen etwas außerhalb des typischen AR-Rahmens. In der Pressemitteilung wird die Verwendung einer Linse namens Vektorfelder erwähnt, um unsichtbare Kräfte sichtbar zu machen. Nutzer können damit beispielsweise Magnetfelder visualisieren oder sehen, wie sich der Wind um einen Flugzeugflügel bewegt. Es gibt auch ein Video eines Autos mit geöffneter Motorhaube und einer AR-Eingabeaufforderung, die einem SPECS-Benutzer zeigt, wo er Kühlmittel nachfüllen muss.
Wie SPECS im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet
Apple entwickelt derzeit eine eigene leichte AR-Brille. Mit dem Namen N50 würden sie viele der in Metas Ray-Bans integrierten Funktionen enthalten, wie das Aufnehmen von Fotos oder das Annehmen von Anrufen, würden aber auch stärker auf AR und KI setzen. Sie sollen mit neuen AirPods und einem AirTag-großen AI-Pin mit integriertem Mikrofon und Kamera gekoppelt werden; Zusammen werden die drei Geräte zusammenwirken, um die Intelligenzplattform von Apple mit Informationen über den Benutzer und seine Umgebung zu versorgen und kontextuell nützliche Daten und Feedback zu erzeugen.
Die SPECS und die N50 repräsentieren die nächste Technologiegeneration, die auf der erfolgreichen Zusammenarbeit von Meta mit Ray-Ban basiert. Obwohl Sie mit dieser Brille auf Meta AI zugreifen und Videos aufzeichnen können, handelte es sich nicht um eine echte AR-Brille, da ihnen ein Heads-up-Display fehlte, das schwebende Bilder auf die Umgebung projizierte.
Doch all das ändert sich mit der nächsten Generation der Meta-Datenbrillen. Sie tragen den Namen Orion, wurden von Grund auf mit Blick auf KI und AR entwickelt und sind seit einem Jahrzehnt in Arbeit. Es sind jedoch kein offizielles Veröffentlichungsdatum oder Startinformationen verfügbar, obwohl Berichten zufolge eine abgespeckte Verbraucherversion des 10.000 US-Dollar teuren Prototyps, der an Entwickler versendet werden könnte, im Jahr 2027 verfügbar sein könnte.
