Auf einem Energieforum am 6. Mai sagte Taiwans stellvertretender Wirtschaftsminister, die Regierung habe genügend Öl- und Gaslieferungen sichergestellt, um bis August und möglicherweise September normal arbeiten zu können, so Taiwan News.
Die globale Energiekrise veranlasst die taiwanesische Regierung von Präsident Lai Ching-te jedoch auch dazu, ihre Bemühungen zur Entwicklung von Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, einschließlich der Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke und der Entwicklung von Projekten für erneuerbare Energien. Nach Angaben des Global Taiwan Institute, einer Denkfabrik mit Sitz in Washington, D.C. ist Taiwan auf importierte fossile Brennstoffe angewiesen, um fast 97 % seines gesamten Energiebedarfs, einschließlich Strom, Transport und Heizung, zu decken.
Im Rahmen seiner Energiediversifizierungsbemühungen hat Taiwan die Entwicklung der Offshore-Windenergie mit einem Regierungsplan gefördert, der den Entwicklern bis 2035 eine Kapazität von 15 Gigawatt zur Verfügung stellen soll. Unterdessen kündigte TSMC an, dass erneuerbare Energien bis 2030 60 % des Bedarfs seiner weltweiten Betriebe und bis 2040 100 % des Bedarfs decken sollen.
Angesichts des Energieverbrauchs seiner Chip-Produktionsanlagen spielt TSMC eine erhebliche Rolle bei der Gestaltung der Energiezukunft Taiwans. Laut dem Bericht der Internationalen Energieagentur über Energie und KI machte der Energiebedarf des Chipherstellers im Jahr 2023 fast 10 % des gesamten Stromverbrauchs Taiwans aus.
Dieser Anteil könnte bis 2030 auf fast ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs Taiwans steigen, da TSMC in eine energieintensivere Fertigung investiert, um die weltweite KI-Nachfrage nach fortschrittlichen Chips zu decken, so die von Data Center Dynamics zitierten Schätzungen von S&P Global.
Über das Hai Long-Projekt hinaus unterzeichnete TSMC bereits im Jahr 2020 einen weiteren Stromabnahmevertrag mit dem dänischen Unternehmen für erneuerbare Energien Ørsted über 920 Megawatt Strom aus dem Offshore-Windparkprojekt Greater Changhua, das voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 vollständig in Betrieb gehen wird. Der Chiphersteller schloss 2021 außerdem eine Vereinbarung mit dem deutschen Entwickler erneuerbarer Energien WPD über die Entwicklung von mehr als 1 Gigawatt Onshore- und Offshore-Windenergie.