Der größte Kompromiss beim 11S Pro ist, wie bei vielen Gaming-Handys, die Kamera. Auf der Rückseite befinden sich eine 50-Megapixel-Hauptkamera sowie eine 50-Megapixel-Ultra-Wide-Kamera. Es gibt auch ein kleines Hilfsziel, das in der Praxis keinen großen Mehrwert bringt. Es gibt überhaupt kein Teleobjektiv.
Bei guter Beleuchtung ist die Hauptkamera solide. Details sind scharf, feine Texturen halten gut und RedMagic tendiert zu einem ausdrucksstarken, satten Look, den die meisten Leute direkt aus der Kamera zu schätzen wissen. Etwas unzureichend ist der Dynamikbereich, was aber nur in Ordnung ist: Es entfernt weder Glanzlichter noch behält es Schattendetails bei, wie es bei den besten Telefonen dieser Preisklasse der Fall ist.
Bei schlechten Lichtverhältnissen hat die Hauptkamera Probleme. Bilder werden verrauscht und weich, feine Details verschwinden und helle Bereiche neigen dazu, auszubleichen. Für eine schnelle Aufnahme ist es brauchbar, aber nach Einbruch der Dunkelheit möchte ich mich nicht darauf verlassen.
Die Ultra-Wide ist die schwächere der beiden Rückkameras. Bei guter Beleuchtung ist es in Ordnung, aber die Kantenschärfe nimmt merklich ab, der Dynamikbereich ist geringer als beim Hauptsensor und Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen zerfallen ziemlich schnell. Auch die Farbeinstellung stimmt nicht ganz mit der der Hauptkamera überein, so dass der Wechsel zwischen beiden nicht ganz reibungslos verläuft.
Da es kein spezielles Zoomobjektiv gibt, handelt es sich hier bei jedem Bildausschnitt um einen digitalen Ausschnitt des Hauptsensors. Es hält einigermaßen gut bis etwa 5x oder 6x, was die meisten Alltagssituationen abdeckt. Wenn Sie den Wert jedoch auf das Maximum von 10x erhöhen, wird das Bild etwas chaotisch.
Die 16-Megapixel-Selfie-Kamera unter dem Display ist der Preis, den Sie für diesen sauberen, unterbrechungsfreien Bildschirm zahlen. Kameras unter dem Display sind noch nicht sehr weit gekommen, und diese hier erzeugt weiche, leicht verwaschene Standbilder. Für Videoanrufe ist es in Ordnung und darüber hinaus nicht viel.
Wenn man alles zusammenzählt, ist das Kamerasystem das deutlichste Zeichen dafür, dass es sich in erster Linie um ein Gaming-Telefon handelt. Es ist das gleiche Setup wie beim RedMagic 11 Pro, und wenn Ihnen Fotografie wichtig ist, ist dies der Bereich, in dem die Kluft zwischen einem Gaming-Telefon und einem Standard-Flaggschiff am deutlichsten ist.
