Die Stromkosten steigen rasant und Sie könnten über die Installation von Solarmodulen auf Ihrem Dach nachdenken, um diesen steigenden Preisen entgegenzuwirken. Neue Hausbesitzer können jedoch leicht Fehler bei ihren neuen Solarmodulen machen. Ist Ihr Dach groß genug (und sicher genug), um alle benötigten Paneele zu tragen? Eine aktuelle Innovation könnte die Installation von Solarmodulen überflüssig machen: Solarfenster.
Im Mai dieses Jahres gaben Forscher der Nanyang Technological University in Singapur (NTU Singapore) bekannt, dass sie eine neue Form einer Solarzelle erfunden hatten, die 10.000 Mal dünner als eine Haarsträhne ist. Dank seiner Finesse schafft es diese neue Generation von Solarmodulen, die aus einem Material mit kristalliner Struktur namens Perowskit hergestellt werden, transparent zu sein und Sonnenenergie in Strom umzuwandeln. Sicherlich sind frühere konkurrierende Perowskit-Solarzellen effizienter, ebenso wie viele kommerziell erhältliche Solarzellen für Privathaushalte, aber was den NTU-Solarmodulen an erzeugter Energie pro Zelle fehlt, machen sie durch ihre bloße Nützlichkeit wett.
Laut dem in ACS Energy Letters veröffentlichten Forschungsbericht sind die neuen Perowskit-Panels so transparent, dass man sie über Fenstern installieren kann, ohne die Sicht wesentlich zu beeinträchtigen. Zugegebenermaßen verringern diese Sonnenkollektoren die Transparenz von etwa 70 % oder 80 % auf etwa 41 %, was viel zu sein scheint, aber im Vergleich dazu reduzieren Sonnenbrillen die Transparenz tendenziell zwischen 8 % und 18 %. Diese neuen Solarmodule können auch in Autos und tragbare Geräte integriert werden. Stellen Sie sich vor, Sie laden Ihr Elektrofahrzeug während der Fahrt mit Sonnenkollektoren auf. Die transparenten Paneele werden wahrscheinlich nicht genug Energie liefern, um das Auto unbegrenzt zu betreiben, aber sie könnten Ihre Stromrechnung deutlich senken.
Strom wird bei Regen oder Sonnenschein geliefert
Je mehr Ingenieure mit Solarmodulen arbeiten, desto mehr erfahren wir über sie. Forscher haben beispielsweise kürzlich herausgefunden, dass es möglich ist, Solarmodule in der Nähe von Stromkabeln zu installieren, ohne dass es zu Störungen kommt, wodurch eine Menge Platz frei wird, von dem wir nicht wussten, dass er existiert. Die Effizienz von Perowskit geht weit über die bloße Umwandlung von mehr Sonnenenergie in Elektrizität hinaus.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Solarmodulen aus Silizium können die Perowskit-Module der NTU Singapore (und alle Perowskit-Solarzellen im Allgemeinen) ihre Energie aus indirektem oder sogar diffusem Sonnenlicht beziehen. Diese Fähigkeit ist ein großer Vorteil in Metropolen wie Singapur, wo direktes Sonnenlicht bevorzugt wird. Darüber hinaus sagt Studienleiterin Annalisa Bruno, dass die Perowskitzellen der NTU Singapur bestimmte Lichtwellenlängen im Wesentlichen ignorieren können, indem sie die von den Ingenieuren gewünschten Wellenlängen absorbieren und den Rest für Präsentationszwecke intakt lassen. Oh, und die Platten sollten einfach herzustellen sein, obwohl sie einen speziellen thermischen Verdampfungsprozess erfordern (Materialien werden in einer Vakuumkammer erhitzt, bis sie verdampfen und einen dünnen Film bilden), um die Transparenz zu steuern.
Während sich die neuen Perowskit-Solarmodule noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden, sind die beteiligten Wissenschaftler zuversichtlich, dass die Solarmodule, wenn sie auf den Fenstern von Bürotürmen mit Glasfassade installiert würden, jedes Jahr Hunderte Megawattstunden Strom erzeugen könnten. Bruno hat bereits ein Patent für Perowskit-Solarmodule angemeldet, und wenn andere Unternehmen das spezielle Verfahren zur Herstellung der Solarfolie validieren können, könnten wir in naher Zukunft autarke Gebäude sehen.