Es mag übertrieben erscheinen, aber die Europäer würden sich lieber ein paar kleine Geräte zulegen, um die Sommerhitze zu überstehen, als auf Klimaanlagen umzurüsten. Tatsächlich sind die Akzeptanzraten so niedrig, dass nur etwa 20 % der europäischen Haushalte über sie verfügen – ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Vereinigten Staaten, wo die Zahl fast 90 % beträgt. Doch so sehr amerikanische Bürger leistungsstarke HLK-Systeme lieben (in Ländern wie Florida sind sie unverzichtbar), so sehr sind sie doch sehr energiehungrig, und in einer Welt, die auf eine ökologische Katastrophe zusteuert, ist das ein Tabu. Um dieses Problem zu lösen, haben Wissenschaftler mit Kühlsystemen experimentiert, die nicht auf Strom angewiesen sind.
Der Energieverbrauch ist jedoch nur ein Teil des Problems, da herkömmliche Kältemittel, die in Klimaanlagen verwendet werden, ebenfalls nicht umweltfreundlich sind. Wissenschaftler haben einen neuen Kühlkreislauf mit ionokalorischer Kühlung erfunden, der jedoch möglicherweise nur eine halbe Sache ist, da das Kältemittel immer noch im Spiel ist. Glücklicherweise haben Forscher der Universität des Saarlandes in Deutschland das Rätsel möglicherweise gelöst. Da sie gezwungen sind, den herausfordernden Temperaturanstieg in ganz Europa zu bewältigen, ohne zum Problem der konventionellen Klimatisierung beizutragen, erforschen Forscher die Festkörper- oder elastokalorische Kühlung.
Durch die Reduzierung des Kältemittels (im übertragenen Sinne) setzt diese neue Kühltechnik auf Nickel-Titan-Legierungen. Wenn sich diese Materialien ausdehnen und auseinanderbrechen, sorgen sie für eine Kühlung, die viel effizienter sein kann als ein kältemittelbasiertes System. Obwohl sich die Forschung noch im Anfangsstadium befindet, können Klimaanlagen mit elastokalorischer Kühlung die Innentemperatur um 5 bis 10 Grad Celsius (9 bis 18 Grad Fahrenheit) senken.
Wird sich die elastokalorische Abkühlung ausbreiten?
Der Kern dieser neuen Klimaanlage besteht aus Nickel-Titan und seiner einzigartigen Eigenschaft, sich zu verformen und in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Bei der Strukturumwandlung kommt es als Nebeneffekt zu einer Wärmeübertragung. Es ist ziemlich cool. Durch das Dehnen eines aus dieser Legierung hergestellten Drahtes wird Wärme an die Atmosphäre (oder Flüssigkeit) abgegeben. Sobald Sie den Spannungsfaktor entfernen, kühlt der Draht ab und absorbiert jegliche Wärme. Das ist die Hauptsache. Der Prozess ist so einfach, dass keine Sensoren erforderlich sind, obwohl das Material selbst auf mechanische Belastung und nicht direkt auf atmosphärische Hitze reagiert.
Laut Teamleiter (über Techspot), Paul Motzki, sind Wärmepumpen leistungsstark genug, um die heutige Kühlbranche zu revolutionieren. Dennoch ist der Kampf noch lange nicht vorbei, da das System möglicherweise erst in einigen Jahren verfügbar sein wird. Mit anderen Worten: Die Technologie ist experimentell. Doch seine Einfachheit, gepaart mit dem System, das nur Strom verbraucht, bedeutet, dass es möglicherweise die sauberste Alternative zu herkömmlichen HVAC-Systemen ist.
Die Europäische Kommission ist davon überzeugt, dass dies der Fall ist. Obwohl der Ansatz überall auf der Welt an Bedeutung gewinnt, bleibt abzuwarten, ob die Legierung im großen Maßstab funktionieren kann. Es mag magisch erscheinen, aber wenn keiner der großen Hersteller diesen Schritt wagt, könnte es aus Verbrauchersicht scheitern. Ja, das ist die umweltfreundliche Version von Klimaanlagen und die wissenschaftliche Leistung ist beeindruckend, aber das verhindert nicht, dass die experimentelle Technologie während der Einführungsphase zusammenbricht.