Flock Safety gerät zunehmend in die Schlagzeilen wegen seiner umstrittenen KI-gestützten Überwachungskameras. Doch wie entstand das Unternehmen? Und wem gehört es genau? Nun, Flock, oder Flock Group Inc., wie der offizielle Name lautet, wurde 2017 von den Georgia Tech-Absolventen Garrett Langley, Matt Feury und Paige Todd gegründet. Flock hat seinen Hauptsitz in Atlanta, Georgia und befindet sich in Privatbesitz. Es gibt also keinen einzigen öffentlichen Eigentümer, wie dies bei einem börsennotierten Unternehmen der Fall wäre. Stattdessen befindet sich das Unternehmen im Besitz privater Aktionäre, darunter seiner Gründer und Investoren.
Vor Flock hatte Langley Startup-Erfahrung, darunter eine führende Rolle beim Autoabonnementdienst Clutch und der Live-Event-Plattform Experience, die 2014 an Cox Enterprises verkauft wurde. Er sagte, die Idee für Flock sei entstanden, nachdem er frustriert darüber gewesen war, dass die Polizei bei der Untersuchung von Einbrüchen in Stadtvierteln oft kaum Beweise hatte, mit denen sie arbeiten konnte.
Die Kameras von Flock begannen ursprünglich als Nummernschildleser, aber mittlerweile erfassen sie viel mehr als nur Nummernschilder. Heute wird die Technologie des Unternehmens von Tausenden Strafverfolgungsbehörden und Gemeinden in den Vereinigten Staaten genutzt. Auch Flock hat erhebliche Unterstützung erfahren, mit einer umfangreichen Finanzierung im Jahr 2025 unter der Leitung von Andreessen Horowitz sowie zusätzlicher Unterstützung unter anderem von Greenoaks Capital und Bedrock Capital. Tatsächlich hat sich Flock zu einem wichtigen Akteur im Bereich der öffentlichen Sicherheitstechnologie entwickelt und gehörte 2023 zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Doch sein rasanter Aufstieg hat auch eine zunehmende Prüfung seiner Technologie und eine wachsende Rolle bei der Polizeiarbeit mit sich gebracht.
Die Kontroverse um die Herdenüberwachung
Auf LinkedIn beschreibt sich Flock als „Plattform für öffentliche Sicherheit, die Gemeinden dabei helfen soll, Kriminalität zu verhindern und zu reduzieren, und nicht nur darauf zu reagieren.“ Seine Arbeit umfasst Partnerschaften mit Städten, Strafverfolgungsbehörden, Schulen, Unternehmen und Stadtteilen und bietet KI-gestützte Kameras und Software für die öffentliche Sicherheit und Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden.
Doch auch die rasante Expansion des Unternehmens in den vergangenen Jahren stieß auf Kritik. Gegner – darunter die American Civil Liberties Union – sagen, dass die KI-gestützten Kameras von Flock ein Massenüberwachungsnetzwerk darstellen, insbesondere weil das System den Austausch sensibler Daten zwischen Tausenden von Behörden ermöglichen kann.
Bedenken kamen auch auf, nachdem 404 Media letztes Jahr in einem Bericht berichtete, dass die örtliche Polizei in den Vereinigten Staaten im Auftrag von ICE, der US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde, wiederholt Durchsuchungen der Flock-Datenbank durchgeführt habe, was Fragen zum Datenmissbrauch, zum Bundeszugang und zur Stärke der Sicherheitsvorkehrungen des Unternehmens aufgeworfen habe. Flock sagte, es habe keine direkte Beziehung zu ICE und erklärte, dass seine Kunden den Datenaustausch kontrollieren und dass es neue Compliance-Schutzmaßnahmen hinzugefügt habe, um sicherzustellen, dass der Bundeszugriff transparent, begrenzt und lokal kontrolliert sei. Einige Städte suspendierten oder kündigten Verträge mit Flock nach öffentlichem Aufschrei über die Kameras, während ein Datenschutzbefürworter sogar ein Tool entwickelte, das Menschen dabei helfen soll, Flock-Kameras zu erkennen und zu meiden. Einige rissen aus Protest sogar die Kameras ab. Unterdessen besteht Flock weiterhin darauf, dass seine Technologie bei der Aufklärung von Verbrechen nützlich sei und dass es über Maßnahmen zur Abschreckung von Missbrauch verfüge.