Nachdem Amazon seine Abhängigkeit vom US-Postdienst und anderen Spediteuren reduziert hat, öffnet es seine eigenen Logistik- und Lieferdienste für andere Unternehmen. „Amazon kündigt heute Amazon Supply Chain Services (ASCS) an und öffnet sein gesamtes Portfolio an Fracht-, Vertriebs-, Fulfillment- und Paketversandfunktionen für Unternehmen aller Art und Größe, nicht nur für Amazon-Verkäufer“, schrieb das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Amazon führt den neuen Service mit einigen großen Unternehmen ein, darunter Procter & Gamble, 3M, Lands‘ End und American Eagle Outfitters Inc. Für 3M und P&G wird Amazon Freight Services Produkte von Produktionsstandorten zu Vertriebsnetzwerken versenden und Bestellungen direkt an Kunden von Lands‘ End und American Eagle ausführen.
Ähnlich wie Amazon Web Services (AWS) hat Amazon seinen Logistikdienst für den internen Gebrauch konzipiert, plant nun aber, ihn an andere Unternehmen in Branchen wie Gesundheitswesen, Automobilindustrie, Fertigung und Einzelhandel zu verkaufen. Amazon betonte, dass seine Lieferkette nie nur eine Funktion sei, sondern ein „Unterscheidungsmerkmal“ zu seinem Kerneinkaufserlebnis, „der Grund, warum wir eine schnelle und zuverlässige Lieferung anbieten konnten, die kein anderer konnte.“
Die Lieferkette von Amazon ist komplett und umfasst Lagerhäuser, Flugzeuge, Lastwagen und Lieferfahrzeuge auf der ganzen Welt. Laut ShipMatrix hat es sich zum volumenmäßig größten Paketdienstleister Amerikas entwickelt. Darüber hinaus verkauft der Einzelhandelsriese seit mehr als 20 Jahren seine Fulfillment-Dienstleistungen an Unternehmen, die Produkte auf seinem Einzelhandelsmarktplatz anbieten. Damit ist es das größte Drittanbieter-Logistikunternehmen der Welt, sodass die Ausweitung dieses Dienstes auf andere Unternehmen keine schwierige Aufgabe sein sollte.
Natürlich wird Amazon durch diesen Schritt gegen viele seiner großen Logistikdienstleister antreten, darunter USPS, DHL Group und andere. Logistikdienstleistungen Dritter machen einen erheblichen Teil der Weltwirtschaft aus, der auf mehr als 1,3 Billionen US-Dollar geschätzt wird, und stellen „eine sehr große Chance“ dar, sagte Peter Larsen, Vizepräsident von Amazon ASCS. Das Wall Street Journal. Angesichts der Größe von Amazon könnte der neue Dienst die gesamte Branche revolutionieren, einschließlich des US-Postdienstes, der sich bereits in einer sehr prekären finanziellen Situation befindet.