Privater Browsermodus oder VPN: Was ist am besten für Ihre Online-Privatsphäre?





Heutzutage verfügt fast jeder Browser über einen Inkognito-Modus, der allerdings oft anders benannt wird. Google Chrome nennt es Inkognito-Modus, Microsoft Edge nennt es InPrivate-Browsing und Mozilla Firefox nennt es privaten Modus. Sie erfüllen alle die gleiche grundlegende Aufgabe und sorgen für ein gewisses Maß an Privatsphäre beim Surfen. Aber ist es dasselbe wie die Verwendung eines VPN oder kommt es ihm sogar nahe? Die Antwort ist ein einfaches „Nein“.

Bedenken Sie, dass VPNs und der Inkognito-Modus sehr unterschiedlichen Zwecken dienen, obwohl es bei beiden um den Datenschutz geht. Der Inkognito-Modus verbirgt Ihren Browserverlauf, Ihren Cache und Ihre Cookies lokal (d. h. vor anderen Personen, die denselben PC verwenden), während ein VPN Ihren Internetverkehr verbirgt, indem es ihn verschlüsselt und über Server an einem anderen Standort weiterleitet. Der Mythos, dass der Inkognito-Modus absolut sicher sei, rührt wahrscheinlich von der Bezeichnung „Privat“ her, die er verwendet. Aber im Inkognito-Modus sind Ihre Aktivitäten für den ISP und die Website immer sichtbar. Nach Beendigung der Sitzung werden lediglich Cookies, Cache und Browserverlauf gelöscht.

Um die Privatsphäre und Anonymität im Web zu verbessern, sind VPNs nach wie vor eine beliebte Wahl. Aus diesem Grund hat die VPN-Nutzung im letzten Jahrzehnt massiv zugenommen, insbesondere in Regionen mit starker Zensur. Gleichzeitig ist die Einrichtung und Nutzung eines VPN deutlich einfacher geworden. Mit einem einzigen Klick können Sie Ihren Datenverkehr schnell über einen Server in einem anderen Land oder Kontinent leiten.

VPNs bieten einen besseren Schutz als der Inkognito-Modus

Ein VPN bietet mehr als nur ein höheres Maß an Privatsphäre. Erstens verschlüsselt es Ihren Datenverkehr. Dadurch ist es für niemanden, sei es Ihr ISP oder ein Hacker, der versucht, Ihre Verbindung abzufangen, nahezu unmöglich, Ihre Webaktivitäten tatsächlich zu überwachen. Aus diesem Grund wird empfohlen, VPNs in öffentlichen WLAN-Netzwerken zu verwenden, um die Sicherheit zu erhöhen. Durch die Verschlüsselung des Datenverkehrs und das Verbergen der IP-Adresse hilft Ihnen ein VPN außerdem dabei, im Web anonym zu bleiben. Ihre Aktivitäten können von Websites nicht einfach nachverfolgt werden. In einer werbegetriebenen Welt erschwert ein VPN Werbetreibenden auch die Schaltung zielgerichteter Werbung. Für datenschutzbewusste Benutzer ist dies ein weiterer Grund, ein VPN zu verwenden. Der Inkognito-Modus bietet hingegen keine dieser Funktionen.

Denken Sie daran, dass VPNs zwar ein privateres Surferlebnis bieten, aber dennoch einige Risiken bergen. Noch wichtiger ist, dass es Sie nicht vor Browser-Fingerprinting schützt, einer Technik, die es Websites ermöglicht, anhand der vom Browser erfassten Daten ein Profil über Sie zu erstellen. Dazu gehören Informationen zu Ihrem Gerät, Betriebssystem, Browser sowie Audio- und Medieneinstellungen. Und VPNs sind gegen diese skriptbasierte Datenerfassung weitgehend wirkungslos. Darüber hinaus spielt auch die Wahl Ihres VPN eine große Rolle. Obwohl VPNs seriöser Anbieter im Allgemeinen sicher sind, sammeln einige Protokolle und verkaufen Daten sogar an Dritte. Aus diesem Grund wird empfohlen, sich an erstklassige VPNs zu halten. Schließlich wird Ihr Browserverlauf auch dann lokal gespeichert, wenn Sie ein VPN verwenden, sodass jeder, der Zugriff auf das System hat, ihn anzeigen kann.

Die gemeinsame Verwendung eines VPN und des Inkognito-Modus ist ein kluger Ansatz

Wie wir festgestellt haben, dienen VPNs und der Inkognito-Modus unterschiedlichen Zwecken. Und für maximale Privatsphäre nutzen Sie am besten beide. Auf diese Weise können andere Benutzer auf demselben PC Ihren Browserverlauf nicht sehen und es wird für den ISP und die Netzwerkadministratoren schwieriger, Ihren Datenverkehr zu überwachen. Wenn Sie beispielsweise einen gemeinsam genutzten Computer in einem öffentlichen Raum verwenden, löscht der Inkognito-Modus Ihre lokalen Spuren, während ein VPN netzwerkbasierte Privatsphäre bietet. Selbst auf Heimcomputern, die von Familienmitgliedern gemeinsam genutzt werden, ist diese Kombination sinnvoll.

Starten Sie dazu die VPN-App, aktivieren Sie die Verbindung und öffnen Sie dann Ihren Browser im Inkognito-Modus. Wenn Sie eine VPN-Erweiterung in Ihrem Browser verwenden, wird es etwas knifflig, da Erweiterungen im Inkognito-Modus standardmäßig deaktiviert sind. Sie können aber ganz einfach einen aktivieren. Gehen Sie dazu einfach zur Erweiterungsseite Ihres Browsers, klicken Sie unter dem VPN auf „Details“ und aktivieren Sie dann die Option „Privates Surfen zulassen“ (oder ähnlich).

Der klügste Ansatz für maximale Privatsphäre besteht jedoch darin, Cyber-Hygiene zu praktizieren. Dazu gehört, dass Sie Ihr System und Ihre Software auf dem neuesten Stand halten, die Weitergabe persönlicher Daten im Internet vermeiden, den Router und das Netzwerk sichern und keine Dateien aus unbekannten Quellen herunterladen. Dadurch wird Ihr Web-Erlebnis viel privater und sicherer.