Wissenschaftler verwendeten Spielzeugroboterteile, um einen 5-Dollar-Detektor für gefälschte Drogen zu bauen





Gefälschte Arzneimittel stellen weltweit ein wachsendes Problem mit tödlichen Folgen dar. In den USA verkaufen illegale Online-Apotheken billige, rezeptfreie Medikamente, die teilweise Fentanyl enthalten. Auf internationaler Ebene ist die Situation noch schlimmer. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 10 Prozent der medizinischen Produkte in Entwicklungsländern gefälscht oder „minderwertig“ sind, und ein Gesundheitsbericht der Vereinten Nationen schätzt, dass jedes Jahr fast 500.000 Menschen in Afrika südlich der Sahara an gefälschten Medikamenten sterben.

Es wird immer wichtiger, schnelle, einfache und kostengünstige Möglichkeiten zu finden, gefälschte Medikamente zu erkennen, und Forscher der University of California, Riverside, haben eine mögliche Lösung entwickelt. In einem in Analytical Chemistry veröffentlichten Bericht demonstrierten Forscher ein Gerät zur Erkennung gefälschter Arzneimittel, das Technologie aus einer unwahrscheinlichen Quelle nutzt: einem Spielzeugroboter.

Mithilfe eines einfachen, für ein Spielzeug entwickelten Sensors misst die Erfindung von UC Riverside die Lichtmenge, die von Partikeln reflektiert wird, die beim Auflösen einer Pille in Wasser freigesetzt werden. Da legitime Medikamente stark reguliert sind, lösen sich Pillen derselben Art unabhängig von anderen Medikamenten jedes Mal auf die gleiche Weise auf. Durch die Bestimmung der Anzahl der im Laufe der Zeit freigesetzten Partikel können Wissenschaftler den sogenannten „Zerfallsfingerabdruck“ (DF) einer Pille erstellen. Dies kann verwendet werden, um festzustellen, ob ein Medikament legitim ist, da eine Fälschung nicht denselben Fingerabdruck aufweist.

Das Gerät zur Erkennung gefälschter Arzneimittel von UC Riverside hat noch einen langen Weg vor sich

Die Gründung der UC Riverside ist vielversprechend. In einer Proof-of-Concept-Studie ermittelten sie den Zerfalls-Fingerabdruck von 32 Medikamenten, darunter Antibiotika, Opioide, Antidepressiva und Verhütungsmittel; In 90 % der Fälle konnte DF zwischen legitimen und gefälschten Versionen unterscheiden. Die Forscher testeten auch verschiedene Versionen ähnlicher Medikamente, die DF in 100 % der Fälle korrekt identifizierte. Dazu gehört die Unterscheidung zwischen Namens- und Markenaspirin und US-amerikanischen und kanadischen Versionen desselben Medikaments.

Ein weiterer vielversprechender Aspekt ist, dass der gefälschte Drogendetektor Ergebnisse in nur einer Stunde liefert und kostengünstig in der Herstellung ist. Laut der Studie kann es derzeit für 33 US-Dollar hergestellt werden und könnte sogar für 5 US-Dollar erhältlich sein, was es zu einer einfachen und zugänglichen Möglichkeit machen könnte, verdächtige Pillen zu testen und einen potenziell kostspieligen Fehler zu vermeiden.

Allerdings ist es noch ein langer Weg, bis sich diese Technologie durchsetzen kann. Eine Falsch-Negativ-Rate von 10 % ist zwar ziemlich genau, aber viel zu hoch, und es besteht ein großer Unterschied, ob man etwas in einem Labor testet oder es in der Welt wie beabsichtigt funktioniert. Darüber hinaus wurden Karies-Fingerabdrücke noch nicht an gefälschten und echten Malariamedikamenten getestet, was ein ernstes Problem darstellt, bei dem der Detektor tatsächlich den Unterschied erkennen könnte. Die gute Nachricht ist, dass UC Riverside das Design als Open Source bereitgestellt hat, sodass andere Forscher ihre eigenen Detektoren für gefälschte Drogen für weitere Untersuchungen entwickeln.