Für das ungeübte Auge mögen Solarmodule alle gleich aussehen, tatsächlich gibt es sie jedoch in unterschiedlichen Typen und Technologien. Das Verständnis dieser Unterschiede ist eines der ersten Dinge, die Sie wissen müssen, bevor Sie Solarmodule in Ihrem Haus installieren. Eine der häufigsten Unterscheidungen auf dem Markt ist die Unterscheidung zwischen monofazialen und bifazialen Solarmodulen.
Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei monofazialen Solarmodulen um Module, die nur auf einer Seite funktionieren, insbesondere auf der Seite, die direkt der Sonne ausgesetzt ist. Hierbei handelt es sich um die traditionelle Art von Solarmodulen, die üblicherweise für Dachsysteme in Wohngebäuden verwendet werden. Bei bifazialen Solarmodulen hingegen handelt es sich um Module, die auf zwei Seiten, der Vorder- und der Rückseite, Solarzellen haben. Das bedeutet, dass beide Seiten Energie aufnehmen, wenn sie Licht ausgesetzt werden. Die der Sonne zugewandte Seite fängt das auftreffende Sonnenlicht ein, während die Rückseite – die nicht direkt der Sonne ausgesetzt ist – das von anderen Quellen reflektierte Licht absorbiert, darunter Wasser, helle Dächer und sogar Schnee.
Es ist leicht zu glauben, dass das bifaziale Solarpanel die richtige Wahl ist, da man im Wesentlichen zwei Module für die Größe eines bekommt. Aber es gibt tatsächlich mehr als das, was man auf den ersten Blick sieht. Damit Sie besser entscheiden können, welcher Typ für Sie am besten geeignet ist, untersuchen wir die Unterschiede zwischen monofazialen und bifazialen Solarmodulen im Hinblick auf Paneldesign, Installation, Effizienz und Praktikabilität.
Unterschiede im Panel-Design und der Installation
Auf den ersten Blick kann es schwierig sein, ein bifaziales Solarmodul von einem monofazialen Modell zu unterscheiden. Schließlich sind beide mit Standard-Solarmodulen ausgestattet und sehen fast wie jedes andere Modul aus. Doch bei näherer Betrachtung erkennt man, dass sie sich im Design unterscheiden.
Einseitige Paneele haben eine Vorderseite aus gehärtetem Glas und eine typischerweise undurchsichtige schwarze oder weiße Rückseite. Bifaziale Paneele haben ebenfalls eine Glasschicht auf der Oberseite, aber im Gegensatz zu monofazialen Modellen muss ihre Rückseite transparent sein, damit sie funktioniert. Einige Modelle verwenden auf der Rückseite durchsichtigen Kunststoff, während andere eine Glasschicht installieren. Diese Doppelglasstruktur macht bifaziale Paneele jedoch schwerer als ihre monofazialen Gegenstücke. Allerdings sind sie in der Regel dünner und passen durch ihr oft rahmenloses Design in vielen Situationen optisch besser.
Da bifaziale Solarmodule doppelseitig sind, ist ihre Montage komplexer als die Montage monofazialer Module. Zum einen sollten Faustkeile mindestens einen Meter über dem Boden angehoben und in einem steileren Winkel geneigt werden, um eine maximale Sicht auf den Rücken zu gewährleisten. Auch Tragschienen sollten schmal und Anschlusskästen klein sein. Neben dem Montagesystem ist bei bifazialen Solarmodulen auch der Montageort entscheidend. Für eine maximale Reflexion ist es am besten, sie dort zu installieren, wo die Reflexion hoch ist, z. B. auf hellen Dächern, Sand und Schnee. Beispielsweise kann man mit weißem Sand und Kies bis zu 25 % mehr erreichen als mit einer Monofacial, auf dunklen Dächern sind es jedoch nur 5 %. Die Installation von monofazialen Solarmodulen ist nicht so streng. Solange die Vorderseite des Panels direktem Sonnenlicht mit minimalem Schatten ausgesetzt ist, können Sie loslegen. Dadurch kann das Montagesystem flexibel gestaltet werden, zumal monofaziale Panels auch leichter sind als bifaziale Modelle.
Unterschiede in Wirksamkeit und Praktikabilität
Bifaziale und monofaziale Solarmodule unterscheiden sich stark hinsichtlich Effizienz und Praktikabilität. Da bifaziale Paneele zwei funktionale Seiten haben, sind sie von Natur aus effizienter als monofaziale Paneele. In einem Bericht des Solarherstellers LONGi aus dem Jahr 2018 produzierten bifaziale Solarmodule bei Installation auf einem Zementboden 11 % mehr als ihre monofazialen Gegenstücke und 19,27 % auf einem Solar-Tracking-System. Im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen schneiden bifaziale Paneele im Allgemeinen besser ab. Ihr Doppelglasdesign verringert das Risiko mechanischer Beschädigungen, Windeinwirkung und Beeinträchtigung durch UV-Strahlen. Die Tatsache, dass sie vertikal installiert werden können, trägt außerdem dazu bei, die Ansammlung von Schnee und Schmutz auf den Paneelen zu reduzieren.
Aber nur weil bifaziale Solarmodule effizienter und langlebiger sind, heißt das nicht, dass sie die bessere Wahl sind. Aufgrund ihres Moduldesigns und der komplexen Installation und Hardware können bifaziale Solarmodule etwa 3 bis 8 Prozent oder sogar mehr mehr kosten als monofaziale Module. Da sie erhöhte Montagehalterungen erfordern, sind bifaziale Solarmodule für die meisten Dachinstallationen auch nicht die beste Wahl. Bei der Installation auf dem Dach werden die Paneele im Allgemeinen bündig mit dem Dach verlegt, was wiederum die Lichtreflexion nach hinten minimiert und dazu führt, dass die hinteren Zellen nicht oder nur schlecht funktionieren. Sie können weiterhin bifaziale Solarmodule für Ihr Zuhause verwenden, benötigen jedoch genügend Platz für die Bodenmontage. Wenn Sie Pergolen oder Markisen in Ihrem Garten haben, können diese manchmal als Montagehalterungen dienen, um Platz und Geld zu sparen.
Was die Installation anbelangt, schneiden monofaziale Solarmodule hingegen auch dann gut ab, wenn sie bündig mit dem Dach abschließen oder auf dem Boden montiert werden. Sie sind für Hausbesitzer tendenziell auch günstiger, sodass Sie mehr Budget für die Installation von Solarpanel-Batterien haben.
