Bei jüngeren Generationen, insbesondere der Generation Z, besteht ein wachsender Trend, sich von digitalen Produkten zugunsten physischer Medien zu verabschieden. Ebenso kehren sie in physische Kinos statt zu Netflix und anderen Streamern zurück und sperren Offline-Musik, auf die sie zugreifen können, wenn das Internet (und Spotify) nicht verfügbar sind. Wie das Sprichwort sagt: Die Wahrheit kommt aus dem Mund von Babys, und Sony beweist, wie klug die Abneigung der Generation Z gegenüber digitalen Medien ist.
Sony gab kürzlich bekannt, dass es nach einem Inhaltslizenzvertrag mit Studio Canal mehr als 550 digitale Titel von den PlayStation-Konten der Benutzer entfernen wird. Studio Canal, Teil der Canal+-Gruppe der Muttergesellschaft Vivendi, ist ein französisches Filmproduktions- und -vertriebshaus mit einer der größten Kinobibliotheken der Welt. Obwohl Nutzer seit 2021 nicht mehr die Möglichkeit haben, neue Medien auf der PlayStation-Plattform zu erwerben, betrifft die Entscheidung vollbezahlte Inhalte, darunter eine Reihe großer Film- und Fernsehtitel.
Erneuerung der Debatte zwischen physischen und digitalen Medien
Zu den betroffenen Titeln gehören von der Kritik gefeierte Filme wie der Oscar-nominierte „The Big Sick“ und Oscar-prämierte Filme wie „The Deer Hunter“, „The Graduate“, „Traffic“, „Silver Linings Playbook“, „Moonlight“ und viele andere. Es stehen auch eine Reihe äußerst beliebter Blockbuster auf dem Spiel, wie „Paddington“ (und seine Fortsetzung „Paddington 2“) und „Bridget Jones‘ Tagebuch“. Zu den betroffenen Fernsehserien gehören „American Gods“ und die Jude Law/Diane Keaton-Miniserie „The Young Pope“.
Die abrupte Ankündigung von Sony entfachte die Online-Debatte darüber, was Eigentum im Zeitalter digitaler Medien bedeutet. Reddit-Benutzer wiesen schnell auf eine Valve-Richtlinie hin, die besagt, dass Spiele zwar aus dem riesigen Videospiel-Store des Unternehmens, Steam, entfernt werden können, jedoch niemals aus den Bibliotheken der Benutzer, die sie gekauft haben. Viele loben physische Medien wie Blu-rays und DVDs, die auch gerippt werden können, um digitale Versionen der darin enthaltenen Medien zu extrahieren. Ein Benutzer wies auf die entzückende (und tragische) Ironie hin, dass Amazon den Benutzern in einem ähnlichen Schritt den Zugriff auf den dystopischen Roman „1984“ entzieht.
Es überrascht nicht, dass nur wenige Kommentatoren Sony verteidigten. Stattdessen haben viele als Reaktion auf die Löschung von Inhalten aus den Bibliotheken ihrer Kunden durch große Rechteinhaber wie Sony illegale Piraterie befürwortet. Obwohl wir Piraterie in keiner Form gutheißen, ist es vielleicht keine überraschende Reaktion, wenn Sony den digitalen Besitz eher einem Mietvertrag gleicht.