Physische Medien wurden mittlerweile weitgehend durch digitale Alternativen ersetzt. Streaming-Dienste dominieren den Film- und Fernsehmarkt, während für Spiele Plattformen wie Steam oder konsolenspezifische Online-Shops genutzt werden. Dies ist ein relativ junges Phänomen, das nur durch eine bessere globale Internetverfügbarkeit und bessere Online-Komprimierungsmethoden ermöglicht wird. Wenn man sich zuvor etwas in Ruhe ansehen wollte, musste man eine physische CD oder eine VHS-Kassette besitzen.
Digital Versatile Discs (DVDs) und Blu-ray Discs waren die jüngsten großen physischen Medienformate, bevor der Standard zu verschwinden begann. Beide speichern Daten binär – in Werten von Nullen und Einsen. Um dies zu erreichen, verfügt jede Scheibe über eine äußere reflektierende Schicht mit winzigen, präzisen Aussparungen. Wenn der Laser in Ihrem DVD- oder Blu-ray-Player die Disc liest, wird sie nur von dieser reflektierenden Schicht reflektiert und nicht dort, wo es eine Vertiefung gibt. Jede Reflexion stellt binär eine Eins dar, und jedes Fehlen einer Reflexion stellt eine Null dar.
DVDs nutzen dazu Infrarot- oder rotes Licht, während Blu-ray-Discs, wie der Name schon sagt, blau-violettes Licht nutzen. Da blau-violettes Licht eine viel kürzere Wellenlänge als rotes Licht hat, können damit kleinere, präzisere Räume innerhalb der Scheibe gelesen werden. Aus diesem Grund können Blu-ray-Discs trotz gleicher physischer Größe viel mehr Daten speichern als DVDs. Auch die Unternehmen hinter den beiden Formaten unterscheiden sich. Sony und Philips gehören zu den Foren hinter beiden, aber Toshiba und Time Warner beteiligten sich nur bei DVD, während Branchenriesen wie Panasonic und LG unter anderem bei Blu-ray mitwirkten.
Ist Blu-ray besser als DVD?
Blu-ray-Discs waren kein direkter Nachfolger der DVD. Dies war ein Konkurrenzformat, das eine Zeit lang neben herkömmlichen DVDs existierte. Die Blu-ray war in allen Bereichen eine Verbesserung gegenüber der Basis-DVD. Eine herkömmliche DVD kann maximal 4,7 GB an Daten auf einer einzigen Schicht speichern, da sie kein blau-violettes Licht verwendet, während eine Blu-ray-Disc eine Basiskapazität von bis zu 25 GB hat. Während DVDs nur 480p-Auflösungen unterstützten, könnten Blu-ray-Discs stattdessen 1080p bieten.
Dies gilt nur, wenn man Blu-ray-Discs mit dem grundlegenden DVD-Format vergleicht, das 1996 auf den Markt kam. Der Grund, warum Blu-ray die DVD ersetzte, ist nuancierter, da die später veröffentlichten HD-DVDs (High-Density Digital Versatile Discs) die meisten Vorteile von Blu-ray hatten. Sie nutzten blauviolettes Licht, konnten bis zu 15 GB Daten pro Schicht speichern und boten die gleiche 1080p-Auflösung wie Blu-ray-Discs.
Einer der offensichtlichen Gründe, warum Blu-ray-Discs gewonnen haben, ist ihre erhöhte Kapazität. 25 GB gegenüber 15 GB scheinen bereits ein großer Unterschied zu sein, aber die Realität war noch bedeutsamer. Full-HD-Filme und große Open-World-Spiele erforderten oft mehr als 80 GB, was keines der beiden Formate unterstützte. Um dem entgegenzuwirken, haben sich beide Technologien für mehrere Schichten auf den Laufwerken entschieden, wodurch sich die Kapazität im Wesentlichen verdoppelt oder verdreifacht. Eine Dual-Layer-Disc kann bis zu 50 GB aufnehmen, während eine Triple-Layer-Disc 75 GB aufnehmen kann, aber eine HD-DVD-Disc kann selbst mit diesen zusätzlichen Schichten nur 30 GB oder 45 GB aufnehmen.
Heute DVD und Blu-ray
Weder DVDs noch Blu-rays erfreuen sich heute besonderer Beliebtheit. Streaming-Dienste sind für den Durchschnittsnutzer viel bequemer. Während ein einzelner Film auf Blu-ray etwa 25 US-Dollar kosten kann, können Sie ein Netflix-Abonnement ab 8,99 US-Dollar pro Monat abschließen und Tausende verschiedener alter und neuer Filme und Serien genießen. Hinzu kommt der hohe Preis eines 4K-Blu-ray-Players, und es macht absolut Sinn, warum die meisten Streaming bevorzugen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Streaming in jeder Hinsicht überlegen ist. Auch wenn sie veraltet erscheinen, bieten Blu-rays eine bessere Grafik als jede Online-Streaming-Plattform. Standard-Blu-ray-Discs haben eine Auflösung von 1080p, genau wie die Standardstufe von Netflix. Der hochwertigere Ultra HD Blu-ray-Standard bietet jedoch eine 4K-Auflösung (dank bis zu 100 GB Speicher) und passt damit zu den Premium-Abonnements von Netflix. Die Zahlen sehen gleich aus, aber die Auflösung ist nicht alles, damit etwas auf Ihrem Bildschirm gut angezeigt wird.
Der Hauptgrund dafür, dass Blu-ray selbst bei gleicher Auflösung eine bessere Grafik bietet als Streaming, ist die Bitrate und Komprimierung. Während sich die Auflösung auf die Anzahl der gleichzeitig angezeigten Pixel bezieht, bezieht sich die Bitrate auf die pro Sekunde verarbeitete Datenmenge. Netflix bietet Ihnen beim Streaming in 4K eine maximale Bitrate von 20 Megabit pro Sekunde (Mbps). Die Standard-Blu-ray-Disc bietet viel mehr als das, oft bis zu 40 Mbit/s, und Ultra-HD-Blu-ray-Discs machen das Streaming mit Bitraten über 100 Mbit/s völlig zunichte. Dies macht Blu-rays zur optimalen Wahl für Filmfans, die das beste Seherlebnis wünschen, und ist der Grund, warum Neuerscheinungen immer noch auf einem scheinbar veralteten Medium veröffentlicht werden.