Im Juli 2026 gab das Energieunternehmen Ocean Winds bekannt, dass sein schwimmender Offshore-Windpark Éoliennes Flottantes du Golfe du Lion (EFGL) die volle Stromerzeugungskapazität erreicht hat. Das Unternehmen betreibt drei 10-MW-Turbinen etwa 16 km vor der Küste Okzitaniens in Frankreich. Offshore-Windparks haben oft ungewöhnliche Auswirkungen auf das Meeresleben, und obwohl die EGFL-Anlage am Meeresboden verankert ist, beherbergt sie auch einen besonderen Anbau, der auf die Wiederbelebung der lokalen Fischbestände abzielt. Ocean Winds, ein Joint Venture zwischen EDP Renewables und ENGIE, arbeitete mit ECOCEAN zusammen, um 32 Biohuts auf einem der EFGL-Floats zu installieren.
Die Add-ons sind so konzipiert, dass sie die natürlichen Lebensräume mariner Baumschulen nachbilden. Sie verfügen über einen Stahlkäfig, der mit einem Substrat aus Austernschalen gefüllt ist, das die Entwicklung der Unterwasser-Nahrungskette fördert. Ein leerer Außenkäfig schützt kleine Fische beim Fressen vor Raubtieren. Nach Angaben von Ocean Winds handelt es sich bei dieser Entstehung eines Riffeffekts um den ersten umweltfreundlichen schwimmenden Offshore-Windpark der Welt. Und im Gegensatz zu herkömmlichen künstlichen Riffen, die vielfältige Ansammlungen von Meereslebewesen beherbergen, beschränken sich diese „Riffe“ nicht auf den Meeresboden.
Potenzial so tief wie der Ozean
Wenn EFGL der zweite Offshore-Windpark Frankreichs ist – der erste ist der 25-MW-Windpark Provence Grand Large –, macht ihn der Einsatz von Biohuts wohl noch wichtiger. Bemerkenswert ist auch das schwimmende Design, da es sich ideal für Standorte eignet, die für herkömmliche Turbinendesigns nicht geeignet sind, insbesondere Gebiete mit tiefen Küstengewässern. Laut Marc Hirt, Geschäftsführer Frankreich von Ocean Winds, eröffnen diese schwimmenden Windkraftanlagen neue Möglichkeiten und „bestätigen die strategische Rolle, die das Mittelmeer in der nächsten Phase der Entwicklung der Offshore-Windenergie spielen kann“.
Vor allem, wenn man bedenkt, wie diese Einrichtungen mit magnetischen Ladegeräten ausgestattet werden können, die es Elektroschiffen ermöglichen, auf See drahtlos aufzuladen. Dies wäre ein völliger Wendepunkt in Sachen sauberer Energie, da man die Farmen nicht nur an mehr Standorten installieren könnte, sondern auch dafür sorgen könnte, dass die Serviceschiffe reibungslos laufen. Unterschätzen Sie natürlich nicht die potenziellen Vorteile von Biohut. Abhängig davon, wie erfolgreich sie den EFGL-Windpark betreiben, könnten wir bei zukünftigen Installationen mehr von dem sehen, was Ocean Winds „ökologisch integrierte Praktiken“ nennt.