Nvidia wurde 1993 als kleines Startup mit dem Ziel gegründet, 3D-Grafiken für Videospiele und andere Medien zu entwickeln. Heute kennt jeder Nvidia als den absoluten Titanen der GPU-Branche. Selbst chinesische Grafikkarten können nicht mit Nvidia-GPUs mithalten, die Videospielgrafiken auf höchstem Niveau liefern und den Einsatz generativer KI beschleunigen. Das Unternehmen ist so mächtig, dass Nvidia im Jahr 2026 eine Billion US-Dollar an Marktwert verloren hat und es trotzdem gelassen hinnehmen musste.
Allerdings hätte Nvidia 1996 beinahe aufgehört zu existieren, nachdem es einem Großauftrag für Sega, einem damals sehr beliebten Spielekonsolenhersteller, nicht nachgekommen war. Sega entwickelte die Dreamcast-Konsole und Nvidia wurde ausgewählt, einen Grafikchip für den Dreamcast zu bauen. Leider investierte das Startup sein ganzes Geld in eine veraltete Grafik-Rendering-Methode und der Vertrag musste aufgegeben werden. Ohne diese hätte Nvidia nicht genügend Mittel, um den Betrieb fortzuführen.
Der Dreamcast erhielt schließlich einen Grafikchip namens „Holly“, der von VideoLogic (heute bekannt als Imagination Technologies) gebaut wurde. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte für Nvidia. Sega of America-Chef Shoichiro Irimajiri glaubte immer noch an Nvidia und seinen CEO Jensen Huang. Auf Irimajiris Vorschlag hin investierte Sega 5 Millionen US-Dollar in Nvidia, was heute inflationsbereinigt etwa 10,6 Millionen US-Dollar entspricht. Ohne die damalige Hilfe von Sega hätte das weltweit größte Halbleiterunternehmen seine dominante Stellung nicht überlebt.
Nvidias kometenhafte Erholung
Mit der 5-Millionen-Dollar-Investition von Sega hatte Nvidia laut Huang (via CNBC) „noch sechs Monate zu leben“. Zu dieser Zeit entwickelte Nvidia den RIVA 128-Chip, der mit der DirectX-Softwareschnittstelle von Microsoft kompatibel war. DirectX war zum Standard für Gaming-Plattformen geworden, und durch die entsprechende Anpassung gelang es Nvidia, ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln, das über eine Million Mal verkauft wurde.
Nvidia war zu einer Macht geworden, mit der man rechnen musste. Dem Unternehmen wird die Erfindung der GPU im Jahr 1999 zugeschrieben, im selben Jahr ging es für 12 US-Dollar pro Aktie an die Börse. In der Zwischenzeit musste Sega nach dem Vorfall mit Dreamcast die Produktion von Konsolen einstellen; Die Konsole war nach ihrer internationalen Veröffentlichung im Jahr 1999 ein kommerzieller Misserfolg. Inmitten dieser finanziellen Turbulenzen gab es jedoch einen Lichtblick für Sega: Das Unternehmen konnte seine Anteile an Nvidia für 15 Millionen US-Dollar verkaufen und verdreifachte damit die ursprüngliche Investition.
Nvidia ist heute ein ganz anderes Unternehmen als das kämpfende Startup, das Mitte der 90er Jahre fast untergegangen wäre. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels lag der Rekordschlusskurs der Nvidia-Aktie bei 235,47 US-Dollar, fast das Zwanzigfache des IPO-Preises. Das Unternehmen leistet mittlerweile mehr als nur innovative Grafiktechnologien; Nvidia betreibt im Rahmen seiner laufenden Bemühungen, den Wert von KI-Investitionen zu maximieren, unerwartet heiße Rechenzentren.