Das französische Unternehmen für erneuerbare Energien Compagnie Nationale du Rhône (CNR) betreibt eine Reihe großer Solarkraftwerke in der Region Rhône-Tal in Frankreich. Im Jahr 2023 war das CNR außerdem Gastgeber eines Forschungsprojekts von Barré et al. von der Universität Luxemburg, bei der festgestellt wurde, dass die Installation von Solarpaneelen einen unerwarteten Effekt auf das Verhalten von Fledermäusen hatte.
Einige Naturschützer nutzen GPS-Technologie, um die Umwelt zu schützen, indem sie markierte Wildtiere verfolgen, aber Kévin Barré und sein Team beobachteten die Fledermäuse in dieser Studie durch akustische Überwachung mit einem Mikrofonarray. Sie zeichneten 15.273 dreidimensionale Positionen der Fledermäuse auf und ermittelten so, dass die Mehrheit der Fledermäuse als Reaktion auf die Solarpaneele bis zu 44 % schneller und 33 % gerader flog. Dieser Anstieg des Schnellflugs führte direkt zu einer Verringerung des Fressverhaltens der Fledermäuse im Rhonetal-Testgebiet um bis zu 39 %.
Laut einer Forschungsarbeit von PA Flemings von der Murdoch University in Australien (über Science Direct) fungieren Sonnenkollektoren als „akustische Spiegel“ für Tiere, die auf Echoortung angewiesen sind, ähnlich wie Gewässer. Angenommen, Fledermäuse verwechseln Solarkraftwerke mit großen Seen, dann würde das erklären, warum sie diese als Orte betrachten, an denen sie schnell überfliegen können, anstatt anzuhalten und zu fressen. Darüber hinaus berichtet die BBC, dass Solarparks zu einem Rückgang der Fledermaus-, Vogel- und Insektenpopulation im Vereinigten Königreich beigetragen haben. Es ist ein Teufelskreis: Weniger Insekten bedeuten weniger Nahrung für insektenfressende Fledermäuse, was wiederum die Fledermauspopulation zusätzlich schädigt.
Sind Sonnenkollektoren ihre Konsequenzen für die Tierwelt wert?
Laut Global Solar Council bringt Solarenergie erhebliche Vorteile für das Stromnetz und senkt die Gesamtstromkosten. Es gibt auch dokumentierte Fälle, in denen Solarmodule einen direkten Beitrag zur Umwelt leisten; Chinas größter Solarpark schafft fruchtbaren Boden in der Wüste, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber reichen diese Vorteile aus, um den potenziellen Schaden für die in dieser Umgebung lebenden Tiere zu überwiegen? Kann man irgendetwas tun, um den Schaden für die heimische Tierwelt zu begrenzen?
Die Antwort liegt wahrscheinlich darin, vorsichtig zu sein, wie und wo Regierungen Unternehmen erlauben, ihre Solarparks zu installieren. CNR-Solarkraftwerke in Frankreich haben möglicherweise unerwartete Auswirkungen auf das Verhalten von Fledermäusen gehabt, aber eine Studie aus dem Jahr 2025 über ein Öko-Voltaik-Solarkraftwerk im Mittleren Westen der USA zeigte, dass die wöchentliche Fledermausaktivität in der Nähe von Öko-Voltaik-Standorten während des Überwachungszeitraums um etwa 50 % zunahm.
Die oben genannte Studie legt nahe, dass solare Entwicklungen mit bestimmten Standort- und Managementkonfigurationen geplant werden können, die für gefährdete Tierpopulationen wirklich vorteilhaft sind. Dies unterstützt die Idee, dass Solarparks, die auf degradiertem Land installiert werden, einen positiven Effekt auf die lokale Tierwelt haben können. Wenn die Solarentwicklung voranschreitet, ohne Rücksicht auf die Natur zu nehmen, liegt es an den Gemeinden, Stellung zu beziehen. Eine Senedd-Petition mit dem Titel „Stopp bedeutender Entwicklungen auf Gwent-SSSI-Ebene“ hat über 6.000 Unterschriften von Menschen in ganz Wales erhalten und dient als inspirierendes Beispiel für gemeinschaftliches Handeln.
