Sind Sie schon einmal auf ein häufiges Druckerproblem gestoßen, bei dem Ihr Drucker unbedingt darauf besteht, farbige Tinte zur Verfügung zu haben, obwohl Sie nur in Schwarzweiß drucken? Das liegt nicht daran, dass Sie dazu gezwungen werden sollen, Ihre alten, recycelten Tintenpatronen auszutauschen, sondern vielmehr daran, dass alles, was Sie mit diesem Drucker gedruckt haben, dezent mit markanten farbigen Markierungspunkten versehen ist. Diese Punkte, ein für das bloße Auge unsichtbarer Farbton, dienen als subtiles Identifikationssystem, das anzeigt, woher ein Druck stammt und wann er gedruckt wurde.
Die meisten Farbdrucker der vertrauenswürdigsten Marken verwenden dieses Tracking-Dot-System und platzieren eine Reihe kleiner Punkte auf jedem von Ihnen gedruckten Dokument, selbst wenn Sie ihnen sagen, dass sie nur Schwarzweißtinte verwenden sollen. Diese Punkte können von jemandem, der mit dem Codierungssystem eines Herstellers vertraut ist, gelesen werden, um die genaue Marke und das Modell Ihres Druckers, das Datum und die Uhrzeit Ihrer Verwendung sowie in manchen Fällen festzustellen, ob Sie ein Dokument einzeln gedruckt oder ein anderes kopiert haben. Diese Praxis hat ihre Wurzeln sowohl in verschlüsselten Nachrichten, die während des Zweiten Weltkriegs verschickt wurden, als auch in Maßnahmen zur Fälschungsprävention bei Banknoten.
Punkte verraten den ursprünglichen Drucker und zeigen, wann etwas gedruckt wurde
Wenn Sie ein mit Ihrem Farbdrucker gedrucktes Dokument genau betrachten, sei es unter einem Mikroskop oder unter Spezialbeleuchtung, werden Sie eine Vielzahl von Punkten sehen, die in einem Gittermuster angeordnet sind. Diese Punkte sind in einem extrem hellen Gelbton gedruckt, den man mit bloßem Auge nicht erkennen kann, aber sie sind definitiv da. Ihr Drucker fügt diese Punkte zu jedem Druckauftrag hinzu, wobei ihre Anordnung im Raster als Erkennungsmarkierungen dient. Diese Markierungen, auch Maschinenidentifikationscodes genannt, dienen als digitaler Fingerabdruck für Ihren Drucker. Durch die Analyse der Markierungen und die Kenntnis der Codierungspraktiken eines Herstellers können Sie vollständig erkennen, von welchem Drucker das Dokument stammt und an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit es genau gedruckt wurde.
Es gibt keinen öffentlich genannten Grund, warum Druckerhersteller diese Funktion hinzufügen, aber man ist sich einig, dass sie forensischen Ermittlern dabei helfen soll, Fälschungen zu erkennen, ähnlich wie die mikroskopisch kleinen Punkte auf Banknoten. Eine beliebige Person könnte beispielsweise ein Dokument ausdrucken und sagen, dass sie es vor langer Zeit von einer bestimmten Quelle oder Einzelperson erhalten hat. Ein Blick auf die Tracking-Punkte würde jedoch ergeben, dass es letzte Woche von ihrem eigenen Drucker stammte, und somit ihre Behauptung bestreiten. Tatsächlich nutzten die ersten Farbdrucker von Xerox in den 1980er Jahren speziell dieses System, sodass sie nicht zum Fälschen von Banknoten verwendet werden konnten.