Wenn Sie nicht Google Maps oder Apple Maps für die Straßennavigation verwenden, verwenden Sie wahrscheinlich stattdessen Waze. Die mobile Anwendung entstand 2006 in Israel unter dem Namen FreeMap Israel und hat sich seitdem auf der ganzen Welt verbreitet. Für diejenigen, die es nicht wissen: Waze bietet Crowdsourcing-Berichte zu Verkehr und Straßenzustand, um Ihnen dabei zu helfen, Ihre Fahrt – egal, ob es sich um eine tägliche Pendelfahrt oder eine Fernfahrt handelt – so schnell und problemlos wie möglich zu gestalten.
Aber wem genau gehört diese beliebte App? Nun, im Jahr 2013 wurde sein Entwickler (Waze Mobile) von Google gekauft. Der Technologieriese sagte, er plane, Funktionen zwischen Waze und Google Maps zu teilen, und hält dieses Versprechen seitdem. Waze ist kostenlos und generiert Einnahmen hauptsächlich durch Werbung. Obwohl es wie eine einfache Navigations-App aussieht, sind sein Eigentums- und Geschäftsmodell komplexer, als die Benutzeroberfläche vermuten lässt. Es ist diese Kombination aus kostenlosem Zugang und Support von Google, die dazu beigetragen hat, seine Popularität und seinen finanziellen Erfolg aufrechtzuerhalten.
Anzeigen sind die Haupteinnahmequelle von Waze
Waze erregte die Aufmerksamkeit von Google mit Funktionen wie Verkehrsdaten aus mehreren Quellen, Live-Verkehrsberichten, Kartenbearbeitungsfunktionen und einer äußerst engagierten Community. Google kaufte das Unternehmen für 966 Millionen US-Dollar in bar, und einige Beobachter sagten damals, die Übernahme sei nur dazu gedacht, Waze von seinen Konkurrenten fernzuhalten. Es gab auch Vorschläge, dass Waze seine besten Funktionen in Google Maps integrieren oder die alte App sogar ganz abschalten würde.
Google äußerte sich zum Zeitpunkt der Übernahme sehr offen über seine Pläne und sagte, das Waze-Team werde „vorerst separat operieren“ und die Google-Suche in Waze integrieren und gleichzeitig Waze-Verkehrsfunktionen zu Google Maps hinzufügen. Im Laufe der Jahre hat Google auch eine Reihe beliebter Waze-Funktionen übernommen (einschließlich Radarwarnungen und Unfallmeldungen) und sie in Google Maps integriert und gleichzeitig einige unglaublich nützliche Google Maps-Funktionen in Waze integriert.
Bisher verzichtet Waze auf Abonnementgebühren und bietet seine App kostenlos an. Die Haupteinnahmequelle ist Werbung, einschließlich beworbener Pins und Suchplatzierungen sowie prominent in der App angezeigter Anzeigen. Ein solches Setup ermöglicht es Fahrern, den Dienst kostenlos zu nutzen, während Unternehmen für die Erreichbarkeit zahlen, je nachdem, wo sie sich befinden und wohin sie wollen.
Wie sich Waze von Google Maps unterscheidet
Es mag unpassend erscheinen, dass Google eine Navigations-App ähnlich wie Google Maps erwirbt und sie weiterhin unterstützt, anstatt einfach das Beste aus seiner Technologie und seinem Talent herauszuholen, bevor es abgeschaltet wird. Aber die Pflege beider Apps scheint für den Technologieriesen zu funktionieren. Tatsächlich hat jede App ihre eigenen Stärken. Für welche Sie sich entscheiden, hängt also wahrscheinlich von Ihren jeweiligen Bedürfnissen ab.
Waze beispielsweise ist für seine Fähigkeit bekannt, Fahrer mithilfe von Echtzeit-Verkehrsmeldungen schnell umzuleiten, insbesondere wenn die Straßen verstopft sind oder sich ein Zwischenfall ereignet hat. Das partizipative Modell sammelt kontinuierlich Straßenrisiko- und Verkehrsdaten von Fahrern und trägt so dazu bei, Routen und Bedingungen so aktuell wie möglich zu halten. Die App eignet sich besonders für Alltagsnutzer, die von und zu den gleichen Zielen reisen, beispielsweise zur Arbeit, und die optimale Route basierend auf den aktuellen Bedingungen wissen möchten. Dies funktioniert auch gut in städtischen Gebieten, wo immer mehr Waze-Benutzer, die gleichzeitig unterwegs sind, im Rahmen des Crowdsourcing-Prozesses Informationen austauschen können.
Google Maps hingegen eignet sich gut für die allgemeine Navigation, die Planung von Reisen, die Suche nach Rast- und Rastplätzen sowie die Suche nach den besten Rad- und Wanderwegen. Es verfügt auch über Street View, mit dem Sie einen Bereich so betrachten können, als ob Sie dort am Boden wären. Google Maps ist am nützlichsten, wenn Sie beispielsweise Orte speichern oder eine ganze Reise erstellen möchten. Aus diesem Grund haben einige Fahrer beide Apps – oder eine Alternative zu Google Maps – auf ihrem Telefon installiert und können so je nach Situation zwischen der besten auswählen.