Abgesehen von der Politik hat die Familie eines amtierenden US-Präsidenten, die ein High-End-Telefon mit dem Slogan „stolz amerikanisch“ ankündigte, Aufsehen erregt, aber nicht im positiven Sinne. Monatelange Verzögerungen und eine Anzahlung von 100 US-Dollar ließen das Produkt grenzwertig als Betrug erscheinen, insbesondere nachdem Trump Mobile aus heiterem Himmel das Kleingedruckte geändert hatte, sodass es den Anschein erweckte, als sei die Lieferung des Produkts optional. Als die Trump-T1-Telefone eintrafen, reichten die Reaktionen von negativ bis ratlos.
Obwohl die Website „amerikanische Innovation“ und ein Gerät versprach, bei dem „Sorgfalt und Präzision“ im Vordergrund standen, lieferte es in etwa die Leistung, die man von einem 499-Dollar-Telefon erwarten würde. Aber das war nicht das große Problem. Alle begannen sich zu fragen, wer das Trump T1-Telefon herstellt, und da auf der Website nichts Wesentliches über den Prozessor gesagt wird („Snapdragon® Mobile Platform“ ist nicht sehr spezifisch), blieb das Innenleben des T1 ein Rätsel. Viele Rezensenten bemerkten schnell die verblüffende Ähnlichkeit mit dem HTC U24, und ein anschließender Teardown durch iFixit bestätigte, dass es sich tatsächlich um eine überarbeitete Version des taiwanesischen Smartphones von 2024 handelte. Das bedeutet, dass das Gerät, das „amerikanische Werte“ propagiert, wahrscheinlich in China hergestellt wird.
Wo wird das Trump T1-Telefon eigentlich hergestellt?
Wahrscheinlich kennen Sie die VR-Gadgets von HTC besser, etwa das HTC Vive Focus Vision. Es wäre also keine Schande, wenn Sie nicht wüssten, dass das Unternehmen Telefone herstellt. Zur Veranschaulichung: HTC war einst eine beliebte, in Taiwan ansässige, auf Android ausgerichtete Marke, die weit hinter ihren Konkurrenten zurückblieb, was wahrscheinlich auf eine tödliche Kombination aus falsch ausgerichtetem Marketing und der mangelnden Anpassung an den wachsenden Trend zu großen Bildschirmen zurückzuführen war. Heute montiert das Unternehmen seine Geräte in Taiwan mit einem kleinen Problem: HTC bezieht nicht nur seine Teile aus China, sondern es ist auch möglich, dass das Unternehmen einige seiner Geräte außerhalb seiner taiwanesischen Produktionsstätte herstellt.
Wenn man bedenkt, dass die DNA des Trump T1 das HTC U24 Pro ist und das Original aus China stammt, besteht eine gute Chance, dass dieses goldfarbene Reskin dem gleichen Muster folgt. Es wäre schließlich ein logischer Ansatz. Die Fabrik verfügt bereits über alle Bausteine und Produktionslinien, daher sagt Occam’s Razor, dass der Trump T1 in Guangdong, China, hergestellt wird – in der Tat amerikanische Werte.
Welchen Prozessor hat das Trump T1-Telefon?
Der Abriss beendete nicht nur das Geheimnis, wer das Trump T1 herstellt, sondern klärte auch alles über das umstrittene Innenleben des Telefons. Bis auf kleine Unterschiede wie die Position des Blitzes und das Multi-Chip-Gehäuse sind die Telefone identisch. Angesichts der Tatsache, dass die guten Leute von iFixit bereits ein HTC U24 Pro demoliert haben, hatten sie wahrscheinlich ein schweres Déjà-vu.
Zunächst einmal stimmen die Bildschirme Pixel für Pixel überein und das Motherboard ist im Grunde ein Klon. Da die Platinen aus einem Guss sind, wurde der Prozessor des Trump T1 natürlich schnell als Snapdragon 7 Gen 3 identifiziert. Lustigerweise tauschte das „Teardown-Team“ auch die Platinen zwischen den Geräten aus und erfuhr, dass sie austauschbar waren.
Letztendlich ist der Trump T1 trotz mangelnder Innovation in zwei Bereichen technisch besser als sein großer Bruder: Preis und Batterie. Ersteres verfügt über einen 5.000-mAh-Akku, während letzteres eine Nennkapazität von 4.600 mAh hat. Das Präsidenten-Smartphone ist außerdem etwa 100 US-Dollar günstiger als das HTC U24 Pro, sodass man es technisch gesehen nicht wirklich als komplette Abzocke bezeichnen kann. Lohnt es sich? Wahrscheinlich nicht. Es gibt erschwingliche, qualitativ hochwertige Android-Handys, die bessere Spezifikationen bieten, ohne dass es zu zusätzlichem politischen Ballast kommt.
