Wenn Sie über den Kauf eines erstklassigen Gaming-Routers nachdenken oder einfach nur darüber nachdenken, einen zu besitzen, müssen Sie sich fragen, ob er tatsächlich nützlich ist. Verbessern Gaming-Router neben dem schickeren Design und der RGB-Beleuchtung einiger Modelle wirklich das Spielerlebnis im Vergleich zu einem typischen Standard-WLAN-Router? Die Antwort hängt von Ihrem derzeitigen Router, den erhofften Gewinnen und der aktuellen Konfiguration Ihres Heimnetzwerks ab.
Für viele von Ihnen ist ein Gaming-Router möglicherweise nicht das beste Upgrade oder bietet die Art von Leistungs- oder Latenzverbesserungen, die Sie sich erhoffen. Dies liegt daran, dass Sie sich immer noch in einem drahtlosen Netzwerk befinden. Trotz leistungsorientierter Funktionen wie Quality of Service (QoS) und Beamforming kann die drahtlose Verbindung mit einem Gaming-Router immer noch zu Verzögerungen oder Latenz führen und kann nicht mit dem Erlebnis einer kabelgebundenen Verbindung mithalten. Wenn es ums Gaming geht, ist Ethernet die bessere Wahl gegenüber WLAN.
Darüber hinaus spielen mehrere andere Faktoren eine Rolle, beispielsweise der Internettarif, einschließlich der Download- und Upload-Geschwindigkeit, die Anzahl der Geräte im Netzwerk und die Entfernung zwischen dem Router und dem Spielgerät. Sofern Sie sie nicht optimieren, werden Sie nach dem Upgrade von einem Standard-WLAN-Router auf einen Gaming-Router keinen großen Unterschied bemerken. Aber Gaming-Router haben einige Vorteile, die von der Leistung bis hin zu schnelleren Downloads reichen.
Gaming-Router legen Wert auf Leistung
Gaming-Router sind zweifellos auf Leistung ausgelegt. Dazu gehören Funktionen wie Quality of Service (QoS) und Beamforming sowie die Unterstützung mehrerer Bänder. Mit QoS können Sie im Wesentlichen bestimmte Geräte oder Aufgaben priorisieren. Mit einem Gaming-Router können Sie beispielsweise dem Gaming-Verkehr Vorrang vor Downloads, geplanten Speicherungen und Streaming geben. Beamforming hingegen verbessert die Konnektivität und korrigiert tote Zonen, indem es Wi-Fi-Signale auf verbundene Geräte leitet, anstatt sie gleichmäßig in alle Richtungen zu projizieren. Mit Tri-Band-Routern können Sie das zusätzliche Band für Spiele reservieren und so Störungen durch andere Geräte reduzieren.
Gaming-Router verfügen außerdem über schnellere Prozessoren und zusätzlichen RAM, um mehr Vorgänge und Geräte gleichzeitig ohne Verlangsamung zu bewältigen. Wenn zu Hause zu viele Geräte vorhanden sind, könnte das Netzwerk überlastet werden und ein Gaming-Router könnte eine kluge Wahl sein. Sie lassen sich auch einfacher personalisieren. Im Gegensatz zu normalen WLAN-Routern, bei denen das Admin-Panel scheinbar am besten intakt bleibt, ist das von Gaming-Routern benutzerfreundlicher. Beispielsweise verfügen Sie häufig über Drag-and-Drop-Steuerelemente, mit denen Sie erweiterte Einstellungen einfach konfigurieren können.
Gaming-Router sind größtenteils übertrieben
Wenn es um tatsächliche Leistungssteigerungen bei einem Gaming-Router geht, sind die Änderungen möglicherweise nicht so spürbar, wie viele ursprünglich gehofft hatten. Bei Tests in der Praxis sind die Verbesserungen im Allgemeinen viel geringer. Aus diesem Grund gelten Gaming-Router manchmal als anspruchsvollere Versionen klassischer Router.
Es gibt zwei Probleme bei Gaming-Routern, genauer gesagt bei der Art und Weise, wie sie vermarktet werden. Die meisten Gaming-Router bieten im Allgemeinen keine exklusiven Funktionen. Die Funktionen mögen ausgefeilter und einfacher zu konfigurieren sein, sind aber auch auf den meisten High-End-Router für Endverbraucher zu finden. QoS finden Sie beispielsweise auf den meisten Standard-WLAN-Routern. Sicher, es ist vielleicht nicht so anpassbar, aber die Funktionalität ist immer noch vorhanden und funktioniert im Großen und Ganzen gleich. Zweitens verbessern Gaming-Router das Spielerlebnis nicht sofort, solange Ihr Original-Router keinen Engpass darstellt. Mit anderen Worten: Wenn Ihr ursprünglicher Router bereits schnell und stabil ist, werden Sie kein sofortiges Upgrade bemerken. Der eigentliche Faktor ist oft die Bandbreitenbeschränkung Ihres Internettarifs, die selbst ein Gaming-Router nicht überwinden kann.
Eine kabelgebundene Verbindung auf einem Standard-Router ist im Allgemeinen besser als eine kabellose Verbindung auf einem Gaming-Router. Dies liegt daran, dass Ethernet eine geringere Latenz, eine stabilere Konnektivität und weniger Störungen bietet. Schon die Annäherung der Spielekonsole oder des PCs an den Router hat große Auswirkungen, ebenso wie die optimale Platzierung des Routers.
Manchmal reicht es aus, einfach das aktuelle Setup zu optimieren, während für erfahrene Gamer je nach individuellen Bedürfnissen und vorhandenem Setup ein Gaming-Router sinnvoll sein kann.